Das Zusammenleben der verschiedenen Wesen
Schon vor Jahrzehnten vermischten sich Menschen, Elfen, Zwerge und Phantome zu einem gemeinsamen Volk. Sie lebten in den gleichen Städten, besuchten die gleichen Schulen. Sie waren und sind offiziell gleichgestellt, Rassismus galt als ausgemerzt - ein grober Fehlschluss. Während die Phantome sich zurück hielten, gab es unter den anderen drei Wesensarten immer wieder Vertreter von Rassentheorien und schwerwiegenden Vorurteilen gegen die anderen.
Zwerge seien gierige Diebe, die auch ihre eigene Schwester verkaufen würden, wenn es ihnen einen Vorteil brächte, Menschen seien barbarische, selbstsüchtige Verräter, die nichts besser beherrschten, als jene niederzumetzeln, denen sie die Treue geschworen hätten und Elfen seien narzisstische Monster, nicht integrationswillig und würden ihre eigenen Kinder und die aller anderen verderben und fressen, wenn sie nur die Möglichkeit dazu hätten.
Leider fanden Hetzreden dieser Art immer einige Anhänger, wodurch es immer wieder zu Aufständen und Ausschreitungen kam. Besonders in den Städten ist dies noch immer weit verbreitet.
Währungen
Je mehr es mit der Wirtschaft bergab ging, desto mehr Geld wurde gedruckt und in Umlauf gebracht, um die Leute zum Kauf und dem Erhalt der Wirtschaft anzuhalten. Durch die schiere Menge Geld verlor es schnell an Wert - eine Inflation, die nicht aufzuhalten war. Inzwischen findet man Scheine und Münzen dieser Währung häufig als Kinderspielzeug oder Arbeitsmaterial, da zumindest die Münzen hübsche Dekorationen abgeben.
Die Nomaden lehnen Geld inzwischen völlig ab und handeln nur noch in Tauschgeschäften, während die Städter versuchen, eine neue Währung durchzusetzen. Die Regelungen dafür sind aber noch völlig unsicher, Absprachen ebenso, sodass jede der drei Großstädte ihre eigene Währung entwickelt, die sich auch noch in unregelmäßßigen Abständen ändert, da doch noch eine bessere Idee aufgekommen ist. Wer also einen Tag noch reich war, kann am nächsten schon arm wie eine Kirchenmaus sein. Zwar wird versucht, den Wert der alten Währung mit der neuen aufzuwiegen, das klappt aber nur in den seltensten Fällen, zumal sich bisher keine Währung länger als zwei Monate gehalten hat.
Einzig die Eroberer haben eine konstante Währung, die ihnen im Niemandsland aber nichts bringt, abgesehen davon, dass ihnen auch so niemand etwas verkaufen würde.
Strafen
Ein funktionierendes Justizsystem gibt es nicht mehr, allerdings muss auch hier wieder klar zwischen Städtern und Nomaden unterschieden werden.
Städter
Theoretisch gibt es hier einen Richter pro Stadt, meistens steht dieser aber auf der Seite dessen, der bereit ist, mehr zu zahlen oder mit dem er sich besser versteht. Oft geht es auch nicht um Geld oder Freundschaft, sondern einfach darum, dass man kein "angesehenes Mitglied der Gesellschaft" verurteilen will oder sexistische und rassistische Hintergründe die Meinung des Richters beeinflussen, denn "die Elfe habe sich dem Mann bestimmt freiwillig hingegeben" aber "der Zwerg will sich nur bereichern, wenn er behauptet, er sei bestohlen worden".
So kommt es, dass das Recht in der Stadt häufig in die eigene Hand genommen wird und der Kläger auch zugleich Richter ist.
Einzig gegenüber Eroberern gilt: Wer nicht gleich erschlagen wird, landet vor dem Richter, der darüber entscheidet, ob der Gefangene sterben oder arbeiten soll. Diese Arbeit beschreibt hauptsächlich den Wiederaufbau der Städte oder das Hervorbringen von Resourcen. Ein verurteilter Eroberer hat allerdings keinerlei Rechte mehr. Obwohl Sklaverei verpönt ist, kann man das, was mit Verurteilten geschieht, nicht anders nennen. Sie stehen jedem Anderen schutzlos gegenüber und nicht gerade wenige wählen nach nicht all zu langer Zeit den Freitod.
Nomaden
Auch bei den Nomaden wird das Recht gern in die eigene Hand genommen, doch anders als in der Stadt bleibt das nicht ohne Konsequenzen. Selbst der größte Zusammenhalt schützt bei Selbstjustiz nicht mehr, zumal man damit als nicht besser als der eigentliche Täter angesehen wird. Damit soll verhindert werden, dass Blutfehden angefangen werden und das ohnehin schon gefährdete Überleben der Nomaden noch schwieriger gestaltet wird.
Der Anführer eines jeden Stammes gilt zugleich auch als Richter. Meistens lässt er sich von seinen Ältesten beraten, um tatsächlich ein faires Urteil zu treffen und nicht vielleicht doch einen Unschuldigen zu verurteilen oder einem Opfer Unrecht zu tun.
Wer bei den Nomaden verurteilt wird, landet nicht am Pranger. Je nach Vergehen, bekommt er Aufgaben auferlegt, die niemand sonst übernehmen will, verliert Gliedmaßen oder wird verstoßen.
Was hier mit Eroberern geschieht, hängt von der Laune desjenigen ab, der ihnen begegnet. Während manche Nomaden tatsächlich bereit sind, mit Eroberern Handel zu treiben und auch Verletzte versorgen, erwartet sie bei anderen der sofortige Tod, da sie noch immer als Bedrohung für das Land gesehen werden.

